GrundsätzlichesRangordnungKörpersprache
WälzenSpielenSoziale FellpflegeWie lernen sich Pferde kennen?
Gibt es Freundschaft unter Pferden?

Grundsätzliches

Alleine fühlt sich kein Pferd wohl, denn Pferde sind Herdentiere. Deshalb haben sie eine sehr feine Sprache, um mit einander zu kommunizieren. Da sie jedoch keine Stimme haben, sprechen sie mit ihrem Körper. Die Sprache der Pferde ist ganz anders als die der Menschen. Ein Pferd kennt sprachlich weder Vergangenheit noch Zukunft; Denn wer mittels Gesten und ganz bestimmten Verhaltensweisen spricht, kennt nur die Gegenwart. Oder kannst du nur mit deinem Körper zu deiner Freundin sagen: «Du bist mir ausgewichen» oder «Du wirst mir ausweichen»? Nein, aber du kannst entschlossen und direkt auf deine Freundin zugehen und ihr so sagen «Weich aus!» Wenn wir etwas von einem Pferd wollen, müssen wir deshalb immer dann unseren Befehl geben, wenn es ihn ausführen soll. Das gilt beim Reiten ebenso wie im Umgang. Damit wir uns dem Pferd besser mitteilen können, müssen wir aber auch seine Sprache kennen und lernen, möglichst so zu denken wie ein Pferd. Wenn wir die Körpersprache des Pferdes ein wenig verstehen, können wir dem Pferd nicht nur besser mitteilen, was wir gerne von ihm möchten, wir verstehen auch besser, warum es in diesem Moment gerade auf diese Weise reagiert.

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Rangordnung

Die Rangordnung gibt dem Pferd Sicherheit in der Herde. Es weiss, wo sein Platz ist und wie es sich welchem Pferd gegenüber zu verhalten hat. An oberster Stelle in der Rangfolge stehen der Leithengst und die Leitsute. Die Leitstute trägt die Verantwortung für die Herde. Sie ist die, die die Herde anführt bei der Flucht. Meist ist es eine schon etwas ältere Stute mit Erfahrung, die selbstsicher, besonnen und vertrauenswürdig ist.
Der Leithengst beschützt die Herde und hält sie zusammen. Bei der Flucht läuft er hinten, um Nachzügler anzutreiben. Er verteidigt die Herde gegen Angreifer und ist der Einzige, der die Stuten der Herde decken darf. Er ist mutig, kräftig, überlegen und selbstsicher. Trotzdem hat er es nicht immer leicht in der Herde und muss sich der Leitstute unterordnen.

Hengstkampf

Die Grundregel in der Herde lautet: Das rangniedere Pferd weicht dem ranghöheren aus. Diese Regel ist sehr wichtig im Umgang mit Pferden, denn der Rangniedrigere gehorcht dem Ranghöheren und nicht umgekehrt. Wenn du von Anfang an darauf bestehst, dass dein Pferd immer einen gewissen Abstand (etwa einen halben Meter) zu dir einhält, wirst du viel weniger Probleme mit ihm bekommen, als wenn es dir dauernd auf den Füssen rumtrampelt und dann frech wird.

Körpersprache

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Ohren

Pferde hören ziemlich gut. Sie hören allerdings die tiefsten Töne, die wir noch hören können nicht, dafür nehmen sie auch Töne im Ultraschallbereich noch wahr. Ihre Ohren sind sehr beweglich, so dass sie sie unabhängig voneinander in praktisch alle Richtungen wenden können. Die Ohren sind zudem ein wichtiges Kommunikationsmittel. Deshalb hier eine Liste, was es bedeutet wenn die Ohren …

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Schweif

Pferde zeigen auch mit dem Schweif an, wie sie sich fühlen.

Augen
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Pferde sehen in der Dunkelheit mehr als wir und können Entfernungen weniger gut einschätzen als wir. Bewegungen erkennen sie hingegen sehr gut, allerdings nur wenn sich dabei die Form des sich bewegenden Objekts verändert. Dass sich ein von vorne kommendes Auto bewegt, ist für ein Pferd also nicht so leicht erkennbar! Dafür erschrickt es vielleicht wegen einer Bewegung, die du gar nicht bemerkt hast. Pferde verfügen auch über ein ganz anderes Gesichtsfeld als der Mensch. Ein Pferd hat beinahe Rundumsicht. Nur was direkt hinter ihm oder vor seiner Stirn ist, sieht es nicht. (Siehe Abb.) Es braucht aber nur den Kopf zu wenden und schon sieht es, was es vorher nicht sehen konnte. So können Pferde eine Raubtier schon von weitem erblicken und wenn nötig frühzeitig die Flucht ergreifen. Am schärfsten sehen Pferde Dinge, die sich etwas vor ihrer Nase befinden und nur in einem Winkel von etwa 70° vor sich sehen sie mit beiden Augen (dreidimensionales Sehen).

Nüstern
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Pferde haben einen sehr viel feineren Geruchssinn als wir und er spielt für das Pferd bei der Wahrnehmung wohl eine recht bedeutende Rolle, was wir Menschen gern ausser Acht lassen. Gerüche haben einen sehr grossen Einfluss auf das Gefühlsleben. So kann auch ein Geruch bei einem Pferd z.B. Angst auslösen. Auch an den Nüstern kannst du mehr erkennen als nur, dass das Pferd atmet.

Maul

Das Pferdemaul ist sehr sensibel. Tasthaare helfen dem Pferd, selbst sehr kleine Fremdkörper aus seinem Futter heraus zu sortieren. Die Tatshaare dürfen auf keinen Fall abrasiert oder gekürzt werden!

Flehmen
Beine
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Die Beine des Pferdes sind spezialisiert auch geradlinige Bewegung. Das Pferd kann seine Beine nicht so wie wir nach aussen drehen oder seitlich wegstrecken. Die Gelenke lassen nur eine geringe seitliche Bewegung zu. Unterhalb der Fusswurzelgelenke befinden sich keine Muskeln mehr am Pferdebein, dafür starke Sehnen.

Hals
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